Bilder werden gefunden, wenn Suchmaschinen sie abrufen, ihren Kontext lesen und ihre Bedeutung zuordnen können. Dafür braucht jedes wichtige Motiv einen beschreibenden Alternativtext, einen sprechenden Dateinamen, erklärenden Text in unmittelbarer Nähe, einen Eintrag in der Bilder-Sitemap und ein echtes Bildelement im HTML statt eines CSS-Hintergrunds.
Für wen ist die Bildersuche überhaupt ein Kanal?
Nicht für jedes Unternehmen gleich stark. Wer eine reine Beratungsleistung verkauft, wird über Bilder selten Anfragen erhalten. Wo dagegen etwas Sichtbares entsteht oder gehandelt wird, ist die Bildersuche ein eigenständiger Einstieg, den viele gar nicht auf dem Schirm haben.
In der Immobilienvermarktung suchen Interessenten nach Objekttypen, Grundrissformen und Ausstattungsdetails und landen über eine Aufnahme auf dem Exposé. Im Maschinenbau suchen technische Einkäufer nach Bauteilformen, Anlagentypen und Aufbauten — oft, weil sie den Fachbegriff nicht kennen, das Teil aber vor sich liegen haben.
- Produktaufnahmen und Detailansichten mit erkennbaren Merkmalen.
- Referenz- und Objektbilder aus abgeschlossenen Projekten.
- Technische Zeichnungen, Grundrisse, Schemata und Diagramme.
- Vorher-Nachher-Aufnahmen aus Sanierung, Instandsetzung oder Umbau.
- Einbausituationen, die zeigen, wie ein Bauteil im Zusammenhang aussieht.
Wie schreiben Sie einen brauchbaren Alternativtext?
Der Alternativtext ist zuerst eine Zugänglichkeitsfunktion: Er beschreibt Menschen, die einen Screenreader nutzen, was auf dem Bild zu sehen ist. Dass Suchmaschinen ihn ebenfalls lesen, ist ein Nebeneffekt — und genau deshalb funktioniert ein guter Alternativtext auch für die Auffindbarkeit.
- Beschreiben Sie das Motiv, nicht das Medium: also Portalfräsmaschine mit aufgespanntem Aluminiumbauteil, nicht Bild einer Maschine.
- Fünf bis fünfzehn Wörter reichen fast immer aus.
- Verzichten Sie auf einleitende Wendungen wie Foto von oder Abbildung zeigt.
- Aneinandergereihte Suchbegriffe schaden dem Verständnis und dem Ergebnis gleichermaßen.
- Rein dekorative Grafiken bekommen ein leeres alt-Attribut, damit Vorlesewerkzeuge sie überspringen.
Der passende Text hängt vom Zweck der Seite ab. Dieselbe Aufnahme einer Dachsanierung heißt auf der Referenzseite anders als im Ratgeberbeitrag über Dämmstärken: Einmal zählt das Objekt, einmal das gezeigte Detail.
Drei Sonderfälle lohnen die Aufmerksamkeit. Ist das Bild verlinkt, beschreibt der Alternativtext das Linkziel und nicht das Motiv. Enthält das Bild Text, gehört dieser Text in den Alternativtext. Und bei Diagrammen steht die Kernaussage im Alternativtext, die vollständige Erläuterung im Fließtext daneben.
Für Bestandsseiten lohnt ein pragmatischer Zuschnitt. Nehmen Sie sich die zwanzig Seiten mit den meisten Impressionen vor und überarbeiten Sie dort die Alternativtexte. Das ist an einem Vormittag erledigt und wirkt stärker als ein vollständiger Durchlauf über tausend Bilder, der ohnehin nie abgeschlossen wird.
Was tragen Dateiname, Bildunterschrift und Umgebungstext bei?
Suchmaschinen bewerten ein Bild nie isoliert, sondern immer im Zusammenhang der Seite. Drei Textelemente in unmittelbarer Nähe liefern diesen Zusammenhang, und alle drei sind mit geringem Aufwand zu verbessern.
- Dateiname: sprechend und in Kleinbuchstaben, Wörter mit Bindestrich getrennt — etwa lagerhalle-industriegebiet-nord statt einer Kameranummer.
- Bildunterschrift: ein vollständiger Satz, der etwas ergänzt, statt den Alternativtext zu wiederholen.
- Umgebungstext: Überschrift und Absatz direkt über oder unter dem Bild sollten dasselbe Thema behandeln.
- Auszeichnung: Bild und Unterschrift gehören in ein figure-Element mit figcaption, damit die Zuordnung eindeutig ist.
Bildunterschriften werden auch von Lesern wahrgenommen, die den Fließtext überspringen. Sie sind damit einer der wenigen Orte, an denen sich eine Aussage unterbringen lässt, die sonst untergeht — und sie kosten pro Bild einen Satz.
Umbenennen sollten Sie Dateien allerdings nur vor der Veröffentlichung. Nachträgliche Umbenennungen ändern die Bildadresse, setzen die gesammelte Bewertung zurück und erzeugen Fehlerseiten, wenn die alten Pfade irgendwo weiterleben.
Wann findet Google Ihre Bilder technisch nicht?
Die häufigste Ursache für unsichtbare Bilder ist keine inhaltliche, sondern eine bauliche. Was der Crawler nicht als eigenständige Bildressource im HTML sieht, kann er auch nicht in die Bildersuche aufnehmen.
- Bilder, die nur als CSS-Hintergrund eingebunden sind, gelten als Gestaltung und tauchen in der Bildersuche nicht auf.
- Verzögertes Nachladen ohne Adressangabe im ausgelieferten HTML macht Motive unsichtbar; die native Umsetzung mit loading und einer echten Quelle vermeidet das.
- Bilder, die erst nach einer Interaktion erscheinen — Karussell, Galerie, Lightbox —, gehören vollständig ins ausgelieferte HTML.
- Per robots.txt gesperrte Bildverzeichnisse oder Auslieferungspfade schließen die gesamte Sammlung aus.
- Bilder, die von mehreren Seiten unter verschiedenen Adressen eingebunden werden, verteilen ihre Signale auf mehrere Ressourcen.
Prüfen lässt sich das über die URL-Prüfung der Search Console: Enthält das gerenderte HTML die Bildadresse, ist die Grundlage in Ordnung. Ergänzend zeigt der Abdeckungsstand, ob die Bilder tatsächlich abgerufen wurden.
Wie Sie die Dateien darüber hinaus klein und schnell halten, ist ein eigenes Thema und für die reine Auffindbarkeit zweitrangig — solange die Bilder überhaupt geladen werden.
Was gehört in Bilder-Sitemap und strukturierte Daten?
Eine Bilder-Sitemap ist eine Erweiterung der gewöhnlichen XML-Sitemap. Zu jeder Seiten-Adresse listen Sie die Bilder auf, die dort eingebunden sind. Der Nutzen ist am größten dort, wo Bilder erst durch Skripte in die Seite gelangen.
- Pro Seite alle inhaltlich relevanten Bilder eintragen, Gestaltungselemente weglassen.
- Absolute Adressen verwenden, auch wenn die Dateien über einen eigenen Auslieferungspfad kommen.
- Die Sitemap automatisch aus dem Redaktionssystem erzeugen, damit sie nicht veraltet.
- Bei sehr vielen Motiven eine eigene Sitemap-Datei nur für Bilder anlegen und im Index verlinken.
Strukturierte Daten ergänzen die Zuordnung. Produktangaben, Beitragsangaben und die Organisationsangabe tragen jeweils ein Bildfeld; ein ImageObject beschreibt ein Motiv eigenständig. Verwenden Sie dort genau die Adresse, die auch in der Seite steht — abweichende Angaben werten Prüfwerkzeuge als Fehler.
Sinnvoll ist die Auszeichnung überall dort, wo ein Bild einen eigenen Sachverhalt trägt: das Hauptbild einer Objektbeschreibung, die Produktansicht, das Logo für die Organisationsangabe. Für Randgrafiken lohnt der Aufwand nicht; eine Auszeichnung ohne Substanz erzeugt Pflegeaufwand und keinen zusätzlichen Nutzen.
Lizenz und Bildnachweis mit auszeichnen
Ein ImageObject kann Angaben zur Lizenz, zur Bezugsseite für Nutzungsrechte und zur Urheberangabe tragen. Google kann daraus in der Bildersuche einen Lizenzhinweis anzeigen — für Anbieter, die eigenes Bildmaterial auch verwerten, ein sichtbarer Vorteil.
Unabhängig davon bleibt der Bildnachweis eine Pflicht gegenüber Urhebern und Bildagenturen. Platzieren Sie ihn nahe am Bild oder auf einer eigenen Nachweisseite, die von jeder Seite erreichbar ist, und halten Sie die von der Agentur vorgegebene Schreibweise ein.
Lohnen sich eigene Bilder gegenüber Stockmaterial?
Für die Auffindbarkeit ist die Antwort eindeutig. Ein gekauftes Motiv liegt identisch auf zahllosen anderen Seiten. Suchmaschinen erkennen die Dublette und haben keinen Anlass, ausgerechnet Ihre Einbindung auszuspielen.
Eigene Aufnahmen von realen Objekten, Anlagen und Ergebnissen sind dagegen einmalig. Sie werden für spezifische Suchanfragen ausgespielt, sie belegen, dass es die beschriebene Leistung tatsächlich gibt, und sie lassen sich mit Ort, Baujahr oder Typbezeichnung beschreiben — was ein Stockmotiv nie könnte.
- Fertige Objekte und Anlagen in ihrer tatsächlichen Umgebung.
- Prozessschritte und Zwischenstände als Beleg für die Arbeitsweise.
- Detailaufnahmen von Verbindungen, Oberflächen, Materialien oder Ausstattung.
- Zertifikate, Prüfsiegel und Nachweise als eigenständige Abbildungen.
- Schemata und Diagramme, die einen eigenen Sachverhalt erklären.
Auf Personenaufnahmen aus dem eigenen Haus verzichten wir dabei bewusst. Sie altern schnell, müssen bei jedem Wechsel gepflegt werden und tragen zur Auffindbarkeit nichts bei. Belege wirken über Objekte, Ergebnisse und Nachweise.
Ein gekauftes Motiv liegt auf hundert anderen Seiten. Ein eigenes Foto Ihrer Anlage liegt genau einmal im Netz — und das ist der ganze Unterschied.
Wie messen Sie die Bildersuche in der Search Console?
Im Leistungsbericht lässt sich der Suchtyp umschalten. Neben der Websuche gibt es die Bildersuche als eigenen Reiter — mit eigenen Impressionen, Klicks und Positionen. Viele Auftritte schauen dort nie hinein und übersehen einen vorhandenen Kanal.
- Vergleichen Sie Websuche und Bildersuche über denselben Zeitraum, um das Verhältnis einzuordnen.
- Sehen Sie nach, welche Seiten die Bildimpressionen tragen — meist sind es wenige Referenz- oder Produktseiten.
- Beachten Sie, dass ein Klick aus der Bildersuche auf der einbettenden Seite landet, nicht auf der Bilddatei.
- Positionen in der Bildersuche sind Rasterplätze und nicht mit Listenplätzen der Websuche vergleichbar.
- Messen Sie nach einer Überarbeitung der Alternativtexte im Abstand von vier bis acht Wochen erneut.
Die Erwartung sollte realistisch bleiben. Die Bildersuche liefert selten direkt eine Anfrage; sie bringt Einstiege auf Seiten, die dann ihre Arbeit tun müssen. Für Anbieter mit sichtbaren Ergebnissen ist das eine lohnende Ergänzung, kein Ersatz für die Websuche.
Sorgen Sie deshalb dafür, dass eine über ein Bild gefundene Seite ohne Vorwissen funktioniert. Wer aus der Bildersuche kommt, hat keine Kategorie durchlaufen und keinen Einleitungstext gelesen. Eine kurze Einordnung direkt beim Bild, ein Verweis auf verwandte Objekte und ein erreichbarer Kontaktweg entscheiden darüber, ob aus dem Einstieg mehr wird als ein Blick.